Kung Fu

Der KungFu-Stil der in unserer Schule von SIFU Charles und Sigung Christian unterrichtet wird heißt WUN HOP KUEN DO (WHKD). Das ist kantonesisch und bedeutet „Kombinierter Faustkampfstil.“ Es ist eine amerikanische Neuerung aus dem hawaiianischen KAJUKENBO – System und verschiedenen chinesischen Kampfkünsten, die 1968 von Albert J. Dacascos (geb. 1942 auf Hawaii) gegründet wurde. Obwohl das KAJUKENBO-System die stärkste Grundlage für den WUN HOP KUEN DO – Stil lieferte, als dieser sich in seinem Anfangsstadium befand, hat er sich selbständig entwickelt und die originalen KAJUKENBO- Grundsätze fallengelassen, um neue extreme, ausdrucksvolle und effektive Kampfmethoden für den Straßenkampf sowie für den Wettkampf und die WUN HOP KUEN DO – Formen (Kuen/Kata) ins Leben zu rufen.Sekundäre Formen setzen sich zusammen aus dem Gebrauch von traditionellen Waffen sowie aus traditionellen Formen der südlichen und nördlichen Stile, des SIL-LUM und inländischen Systemen. Durch Sigung Al Dacascos und seine wenigen, rechtmäßigen Meisterschüler lernt der Schüler alle wichtigen physischen Grundlagen der Kunst.

Beispiele sind die Blocks, Schläge, Tritte, Würfe, Hebel etc. Der wichtigste Teil des WUN HOP KUEN DO ist nicht „was getan wird“ sondern „wie es getan wird“. Die Methode ist die physische, philosophische und psychologische Annäherung, um das Optimum an Leistung in einem Schüler zu entwickeln. Das beste Resultat im WUN HOP KUEN DO wurde durch die Lehrmethode von einem Lehrer zu einem Schüler erreicht, so daß eine große Anzahl an Erfolgen aus den Türen der WUN HOP KUEN DO – Akademien geflossen sind. Die erste physische Stufe streßt die innerliche und äußerliche Kondition sehr stark, damit die Perfektion der eigenen körperlichen Waffen (Finger, Beine etc.) sowie die Beherrschung von Hilfsmitteln (Stöcker, Messer, etc.) erreicht wird. Die zweite physische Stufe des WUN HOP KUEN DO ist die Anwendung der Mechanik und der Gebrauch der Kampfprinzipien (Explosion, direkte Bewegung, Timing, etc.) was notwendig ist, um eine Entwicklung in das dritte physische Niveau des WUN HOP KUEN DO zu erzielen.

Die dritte Stufe dient der persönlichen Entwicklung und Kreativität mit Hilfe von Spontanität und effektiven Reaktionsübungen, die bis jetzt nicht in anderen Stilen existieren. Diese Übungen werden nur von den Spitzenschülern und den Lehrern des WUN HOP KUEN DO praktiziert, um das Endresultat – den totalen Kampfkünstler – zu erreichen. Von den Tausenden von Menschen, die WUN HOP KUEN DO und seine drei Entwicklungsphasen durchlebt haben, haben es nur wenige dazu gebracht, WUN HOP KUEN DO zu verwirklichen. Die Verwirklichung des WUN HOP KUEN DO, das bedeutet WUN HOP KUEN DO zu „leben“, gelang durch die große Erfahrung, die Sigung Al Dacascos im Laufe der Jahre gesammelt hat. Er ist ehemaliger Champion im Kampf und Formenwettbewerb sowie exzellenter Vorführer und Lehrer. Seine Fähigkeiten werden durch die Schüler verdeutlicht, die er in den USA und Europa hervorgebracht hat.

Geschichte des KungFu

Im alten China bedeutete der Begriff „Kung Fu“, hart zu arbeiten, sorgfältig zu studieren und Geschicklichkeit zu üben. Dies konnte sich auch auf solche Künste wie Malerei, Poesie oder Kochen beziehen. Solange der Lernende auf das Ziel der Vortrefflichkeit und der Perfektion in seiner Kunst hinarbeitete, sagte man, er sei erfüllt vom „Kung Fu“. Später änderte sich die Bedeutung und bezog sich insbesondere auf die vielen chinesischen Kriegskünste. Noch heute hat der Begriff etwas von der ursprünglichen Bedeutung beibehalten, denn es erfordert harte Arbeit, fleißiges Studium und ständiges Praktizieren, um die Kunst des Kung Fu zu erlangen. Kung Fu dient nicht nur der Selbstverteidigung sondern vor allem auch der Förderung der Gesundheit und der Erziehung von Körper und Geist.

Wo hat alles angefangen ?
Der Geschichte nach hatte Kung Fu seinen Ursprung vor mehr als 1500 Jahren im Shaolin Tempel, einem buddhistischen Kloster zum Studium der Religion, der Philosophie und der Politik. Dort benutzten die Mönche Yoga, um ihren von den Studien erschöpften Geist und Körper im Gleichgewicht zu halten. Die Mönche glaubten, daß eine gesunde Entfaltung des Geistes nur durch einen disziplinierten Körper erreicht werden könne. Als nun ein indischer Prinz namens Tamo – ebenfalls buddhistischer Mönch – den Tempel besuchte, sah er, daß die Mönche ihre meditativen Praktiken ziemlich dürftig ausübten. In der Tat schliefen die Mönche oftmals während der Meditation ein. Tamo folgerte, daß vielleicht die sitzenden Stellungen des Yoga dazu beitrugen und deshalb lehrte er den Mönchen eine Anzahl von Bewegungen, die er die „18 Hände des Lo-Han“ (der 18 Hände Buddha) nannte. Diese Bewegungen waren tänzerisch natürlich, enthielten aber auch anstrengende Körperübungen und Techniken zur Stärkung des Atmungssystems und der Muskulatur. Später wurden Bewegungen hinzugefügt, die der Selbstverteidigung dienen sollten. Diese wurden nach Tamos Tod von nachfolgenden Mönchen auf 72 erweitert, wobei gleichermaßen Wert auf Gesten für den meditativen Tanz wie auch auf Techniken der Selbstverteidigung gelegt wurde.

Als die Mönche in der Tierwelt neue Bewegungen entdeckten, teilten sich die Bewegungen bald in 5 grundlegende Gruppen (Stile). Diese 5 Stile waren der Leopard (pao), der weiße Kranich (hok), der Tiger (fu), der Drache (lung) und die Schlange (shi). Jeder Stil studierte die Bewegungen seines tierischen Namensvetters und benutzte sie in seinem System. Das war jedoch nicht das Ende der Entwicklung des Kung Fu. Als später der Tempel zerstört wurde, lehrten nur fünf dem Tod entronnenen Mönche den Tempel-Box-Stil weiter. Bald fand Kung Fu seinen Weg in andere Länder. Nachdem es modifiziert und den Bedürfnissen der dort lebenden Menschen angepaßt wurde, änderte es sich in Selbstverteidigungskünste wie Jiu Jitsu, Judo, Karate, Tae-Kwon-Do und viele andere.

Wichtige Unterschiede der Stile?
Klassisches und modernes Kung Fu
Klassische Kung Fu- Stile haben sich im Laufe der Zeit keiner großen Veränderung unterzogen. Ein Schüler einer klassischen Schule würde z.B. einen Solo-Faustschlag genauso ausführen, wie ein Meister dieser Schule es vor Jahren gelernt hat. Diese Schulen sind in der Tat stolz darauf, einen „reinen Stil“ zu lehren, d.h. einen Stil, der sich in Bezug auf das System nicht geändert, vermindert oder gewechselt hat. Die Klassischen Stile sind starke Stile und die mannigfaltigen Systeme bringen oft eine bessere Kampfkunst hervor, als die der modernen Lehrer und deren Methoden. Warum unterzieht sich das Kung Fu dann heute einer Art Revolution? – Hauptsächlich wegen der kämpferischen Seite der Kunst. Im alten China waren nur wenige Leute privilegiert, etwas über das Kämpfen zu wissen, noch weniger über die Kunst des Kung Fu. Dies erklärt auch, warum das klassische Kung Fu damals den Ansprüchen genügte. Heutzutage gibt es in unserem Land wahrscheinlich nur wenige, die nicht etwas über das Boxen oder andere Kampfformen wissen.

Deshalb wurden – zum Vorteil des Lernenden – einige Stile angepaßt, bzw. andere entwickelt, um den Bedürfnissen der Zeit gerecht zu werden. Modernes Kung Fu kann man etwa so definieren: Stile, die von anderen Stilen Techniken leihen, von anderen Stilen lernen und sie üben – mit einem Auge schon auf einen bevorstehenden Straßenkampf gerichtet – gegen einen Gegner, der mehr Kenntnisse hat. Kung Fu- Stile können eine Kombination von anderen Stilen sein – neuerarbeitet zu einem System. Auch wenn jeder Stil versucht, sich den heutigen Bedürfnissen anzupassen, so bedeutet dies jedoch für klassische Systeme keinen Wertverlust, denn es gibt wahrscheinlich keinen besseren Weg, eine gute Grundlage in der Selbstverteidigung zu erlangen. Hat man sich einmal dem Training eines klassischen Stils unterzogen, so wird einem das Erlernen anderer Stile relativ leicht fallen.

Waffen
Die Waffen, mit denen ein Kung Fu- Anfänger oft arbeitet, sind nicht nur Spiel oder Spaß, sondern erfordern ein hohes Maß an Geschicklichkeit. Sie werden nicht nur als erforderliche Verbindung zum traditionellen Kung Fu praktiziert, sondern auch deshalb, weil vieles einem Schüler nicht anders beigebracht werden kann. Man nehme z.B. einen Schüler, welcher sich einem einfachen Stockkampftraining unterzieht: Er lernt dabei Dinge wie Brennpunkt, Einstellung, Entfernung, Timing, und eben all diese Feinheiten bilden die Stärke, da der Stock durch die Zeit, welche die Bewegungen benötigen, immer schwerer wird. Es gibt viel wertvollen Unterrichtsstoff, den man auf dem Gebiet der Waffen erlernen kann. Jede Waffe hat einen bestimmten Zweck, eine bestimmte Aufgabe. Ein nicht sofort erkennbarer Vorteil des Erlernens von Waffentechniken ist der, daß ein Kämpfer, ohne einen Säbel oder einen Speer mit sich herumtragen zu müssen, auch einen Ast oder jeden anderen Gegenstand als Verteidigungswaffe effektiv gegen einen oder mehrere Angreifer einsetzen könnte.